Mötley Crüe – The Dirt

Vor wenigen Tagen ist der von vielen Fans lang erwartete Dokumentarfilm „The Dirt“ von und über die Bandgeschichte des buntesten Haufen der Rockgeschichte über Netflix erschienen. Selbstredend ist natürlich die Tatsache, das die Band auch ihren eigenen Soundtrack dazu stellt. Jener entpuppt sich auf dem ersten Blick wie ein reines Best Of der Bandgeschichte, wo kaum ein Klassiker zu fehlen scheint. Das ist erstmal nichts neues, hatten sie schon, gab es schon. Macht allerdings für den Film selbst, natürlich absolut Sinn. Wirklich interessant dürften aber wohl nur die 4 neuen Songs sein, die extra für den Film, bereits aus dem Ruhestand heraus geschrieben wurden. Doch sonderlich überzeugend sind diese bei weitem nicht. Sicherlich, der Titeltrack „The Dirt (Est. 1981) [feat. Machine Gun Kelly] scheint gelungen und ist auf eine modernere Art immer noch fast typisch „Mötley Crüe.“ Der Rest lässt allerdings eher zu Wünschen übrig. „Ride with the Devil“ wirkt wie eine Art unpassender Funk Metal und das deutlich rauere „Crash and Burn“ hat auch recht wenig mit der Crüe zu tun. Den Vogel schießen sie aber schließlich mit der Reboot Version des Madonna Klassikers „Like a Virgin“ ab. Diese unsäglich, furchtbare Verunglimpfung, hätte die Welt wirklich nicht gebraucht. Zumindest haben Nikki Sixx und co. erstmalig bewiesen, das es selbst schlechte Metal Cover von Pop und Charthüpfern gibt. Normalerweise macht Metal alles besser, in diesem Fall nicht! Das will schon etwas heißen.

„The Dirt“ ist also wirklich nur etwas für knallharte Fans, oder Sammlern von Best Of LP’s, welche die einzelnen Studio Alben nicht besitzen. Allen anderen empfehle ich eher einen großen Bogen um diese herbe Enttäuschung zu machen. Und wenn es denn überhaupt etwas sein muss, reicht allemal ein Song Download des Titeltracks beim großen A.

Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.