Battle Beast – No More Hollywood Endings

Das die Finnen sich schon lange von ihrem rauen Sound entfernt und nur noch Kirmes Metal für die Massen spielen, ist unlängst bekannt. Dünnschiss anstatt Qualität – Für das große Geld, lassen die Meisten ihre Hosen herunter und praktizieren damit immer wieder den musikalischen Tot für Metal Bands, sobald der große Erfolg ruft. Im Falle „Battle Beast“ geht der freie Fall in den weichgewaschenen Mainstream Pop Metal nun auch schon seit 6 Jahren unaufhaltsam voran. Waren „Steel“ (2011) und das selbstbetitelte „Battle Beast“ (2013) noch echte, verheißungsvolle Old School Metal Granaten, so muss man sich nun mit soften Synthie Beats und kastrierten Gitarren zufrieden geben. „Battle Beast“ spielen schon lange keinen Metal mehr und da macht das aktuelle „No More Hollywood Endings“ selbstverständlich auch keine Ausnahme. Wenn man sich das fertige Produkt so anhört, stellt sich echt nur noch die Frage, wann wir die Band im Lokal Radio neben angesagten Teenie Belustigungs „Künstlern“ zu hören bekommen. Es wäre wirklich keine Überraschung.
Dabei wäre der Opener „Unbroken“ in der richtigen Härte absolut nicht verkehrt gewesen, doch die Druckreduzierung auf der Geige, versaut letztendlich alles. Der Titeltrack „No More Hollywood Endings“ ist an Peinlichkeit und Charttauglichkeit kaum zu überbieten. Auch die nachfolgenden Tracks erinnern an die alte VIVA Generation. „Eden“, „Unfairy Tales“, „Endless Summer“… was soll dieser Mist? Ist das noch Metal oder kann das weg? Die Antwort auf diese Frage sollte ziemlich eindeutig sein. Mit dem Song „The Hero“ wollten sie es wohl dem verflossenen Gitarristen Anton Kabannen gleich tun und auf eine Keyboardlastige 80er Jahre Hymne setzen. Diese funktioniert jedoch lediglich im Ansatz und ist nicht mehr wie ein Schatten von Kabannens neuer Ableger Band „Beast in Black.“ „Raise your Fists“ verspricht zumindest allein vom Namen her, das da noch etwas gehen könnte, was sich letztendlich beim lauschen, aber erwartungsgemäß als weiteren Einheitsbrei herausstellt. Doch dann wird man schließlich doch noch überrascht. „The Golden Horde“ dreht wirklich mal auf und lässt die ganze Pop Scheiße komplett beiseite. Zwar ist das Ding alles andere als ein Highlight, aber zumindest mal ein kleiner Hoffnungsschimmer, der lediglich nochmal zum Schluss in „My Last Dream“ aufgefangen wird. Zwei durchschnittliche, echte Metal Songs, sorgen nur leider bei weitem nicht für den großen Unterschied.

Alles wie gewohnt, nichts neues aus Finnland. Geballtes Pop irgendwas „Metal“ Gedudel, das niemand braucht. Und mit der Gewissheit, das ihre ersten beiden Werke auch die Einzigen ihrer Art sein und bleiben werden, kann man folgende Werke von „Battle Beast“ auch weiterhin getrost ignorieren.

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.