Children of Bodom – Hexed

Als der großartige Song „Under Grass and Clover“ als vorab als Single veröffentlicht wurde, hätte man eigentlich von der neuen Children of Bodom Platte einiges erwarten dürfen. Leider ist das Ergebnis, wie auch schon in den letzten 10 Jahren ziemlich ernüchternd. Ihre Glanzzeiten endeten m.M.n. ohnehin mit dem letzten guten Album „Are You Dead Yet“ aus dem Jahre 2005. Danach kam nicht mehr viel gescheites der Finnen rund um Alexi Lahio und in diese Riege kann man auch das aktuelle Album „Hexed“ wieder einordnen. Nach 4 Jahren Arbeit, hätte man eigentlich, deutlich mehr heraus holen können. Tatsächlich entpuppt sich „Under Grass and Clover“ als schon stärkster Song des aktuellen Werkes, der an alte CoB Zeiten erinnert. Zusätzlich hat man unter den insgesamt 14 Songs noch die ältere Nummer „Knuckleduster“ wieder verwendet, welche ursprünglich für „Are You Dead Yet“ geschrieben worden und lediglich auf der „Thrashed, Lost & Strungout“ EP veröffentlicht worden war. Allein die Tatsache dessen, das es sich hier auch nur um einen mittelmäßigen Track handelt, lässt die Vermutung des reinen Füllmaterials zu, denn auch der Rest wirkt kaum überzeugener. Insgesamt haben es nach „Under Grass and Clover“ lediglich zwei weitere Songs geschafft, mehr gehör zu finden. Das groovige „Hecate’s Nightmare“ gehört sicherlich auch nicht zu den besten Werken, die CoB je veröffentlicht haben, allerdings deutlich zu den besseren Songs auf der neuen „Hexed“ LP. Und schließlich noch das ebenso wie „Under Grass and Clover“, großartige „Platitudes and Barren Words“, welches direkt hängen bleibt und runter geht wie Öl. Solche Songs will man von CoB hören! Das war es dann aber auch schon, mit den guten Neuigkeiten.

Unterm Strich ist „Hexed“ ziemlich schwach. Zwei sehr gute und ein gut bis mittelmäßiger Song, verbergen sich unter 14 Tracks, von denen zwei Live Versionen älterer Songs, ein wiederverwerteter älterer Song und dessen Remix Version schon fast ein Drittel als Füllmaterial einnehmen. Die restlichen, noch nicht erwähnten 7 Titel, langweilen konsequent und bieten eigentlich keinen sonderlichen Unterhaltungswert. Kurzum, Children of Bodom sind zwar immer wieder mal für 2 – 3 starke Hits zu gebrauchen, aber die schwache Album Kost wird sich wohl noch länger ziehen. Schade!

Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.