Iron Savior – Killed Or Get Killed

Eine von vielen Bands die Kai Hansen ins Leben gerufen und wieder verlassen hatte, sind u.a. Iron Savior. Da durch Hansens Rückkehr bei Helloween, selbst die Zukunft von Gamma Ray ungewiss ist, sollten Iron Savior vielleicht endlich mal aus deren Schatten treten können. Die Zutaten hierfür stimmen auch auf dem mittlerweile Zehnten Studio Album. Zwar bietet „Kill Or Get Killed“ nicht annähernd irgendetwas neues, aber das Rad muss auch nicht neu erfunden werden, wenn die Power und Speedmetal Maschinerie wie geschmiert läuft. Knackige Riffs und wuchtig melodischer Gesang sind auch dieses mal wieder das Markenzeichen der Hamburger, welche die neue Scheibe direkt mit dem Titeltrack eröffnen. Dieser macht zwar durchaus Laune, lässt aber irgendwo den letzten alles entscheidenen Funken vermissen. Doch „Killed Or Get Killed“ funktioniert anschließend zunehmend besser. Das raue „Roaring Thunder“ dröhnt ordentlich und „Eternal Quest“ ist das, was der Titeltrack sein sollte. Ein typischer Iron Savior Song wie man ihn zu Dutzenden kennt. „From Dust And Ruble“ markiert markantes Riff Changeing, „Sinner Or Saint“ entfacht sich als aggressiver Metaller, kommt aber nicht über Album Track Status hinaus. Dazu das Fäuste in die Luft strecken animierende „Stand Up And Fight“, was einen Mix aus Hammerfall und Manowar Attitüde darstellt. „Heroes Ascending“ ist mich der beste Song des Albums. Ein verflucht geiles Riffgewitter! Am Ende wird es dann nochmal etwas kitschig in typischer Power Metal Manier. Immerhin geht „Never Stop Believing“ deutlich ins Ohr. Danach fällt die Qualität in den letzten Zwei Songs aber deutlich ab. „Until We Meet Again“ und „Legends Of Glory“ sind zwar handwerklich gut gemacht, überzeugen aber im Gesamtbild nur recht wenig. Als Bonus gibt es dann noch die typischen Gerade-im-Trend Metal Cover, über die man wie gewohnt einen Mantel des Schweigens legen sollte. Das AC/DC Metal Cover ging völlig in die Hose und die Bryan Adams Nummer „Run To You“ kann man allerhöchstens als akzeptabel durchgehen lassen. Allerdings lieber so als Bonus Songs auf den herkömmlichen Studio Alben, die man dann getrost ignorieren kann, als eine komplett verwurstete Cash Cow Cover LP auf den Markt zu werfen.

Unterm Strich haben Iron Savior wieder ein sehr gutes Metal Album produziert, das aber dennoch manchmal die letzte Konsequenz vermissen lässt. Da bleibt die Frage, wie nachhaltig ist das Ganze? Manches mehr, manches weniger, am Ende bleibt es eine Frage des Geschmacks. Gamma Ray werden sie mit „Killed Or Get Killed“ zwar wieder nicht überholt haben, da aber Iron Savior meiner Meinung nach ohnehin die bessere Band sind, bleibt dieser Faktor bedeutungslos.

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.