Overkill – The Wings of War

Mit einem Opener wie er im Buche steht, dreschen sich „Overkill“ in den neuen Longplayer „The Wings of War!“ „Last Man Standing“ lässt schon für sich allein gestellt, den inspirationslosen Vorgänger „The Grinding Wheel“ in Vergessenheit geraten. Und tatsächlich haben es die New Yorker Thrash Metaller auch geschafft, im Gesamtbild, ein beeindruckendes Metal Schlachtfest auf den Silberling zu pressen. Gut durchdacht, abwechselungsreich und massig Power in Neongrün strömen über 50 Minuten in die Gehörgänge. Das die Band i.d.R. alle 2 Jahre ein neues Album einspielt, ist altbekannt, da kann auch schon mal etwas in die Hose gehen, daher sei der Ausrutscher von 2017 hiermit verziehen. „The Wings of War“ feuert in typischer Overkill Manier wieder aus allen Rohren. Man nehme nur mal das gewaltige straigt-forward donnernde „Believe in the Fight“, das irrwitzig stampfende „Batshitcrazy“ und der patriotische Heimatssong „Welcome to the Garden State.“ Damit konnten die Mannen von Bobby „Blitz“ Ellsworth nur gewinnen. Mid-Tempo Kracher wie „Distortion“, das atmosphärisch, epische „Where Few Dare to Walk“ oder das charismatische „Head of a Pain“ sorgen für Abwechslung im Thrash Gewitter. Vorallem das sehr stark vom Tempowechsel geprägte „Out on the Road-Kill“ macht eine Menge spaß und erinnert (zumindest leicht oberflächlich) an so manchen „Metallica“ Klassiker, ohne jene auch nur im geringsten zu kopieren.

Unterm Strich wurde der schwache Vorgänger „The Grinding Wheel“ von vor 2 Jahren komplett in die Vergessenheit ge-thrash’t. „The Wings of War“ ist kein wildes geknüppel und schon garnicht ein Thrash Metal Album von der Stange. „Overkill“ haben sich mit den Jahren wahrlich zu der Spitze der Genre Vertreter hochgearbeitet und hätten es längst – vorallem überhaupt – verdient, in den „Big4“ aufgenommen zu werden. Was „Anthrax“ da zu suchen haben, ist mir bis heute ein Rätsel. Wie dem auch sei, „The Wings of War“ haut ordentlich rein und darf ebenso zu den besten Werken der New Yorker gezählt werden. Keep on banging!

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.