Sainted Sinners – Back With A Vengeance

Seit ihrem selbstbetitelten, höchst interessanten Debüt „Sainted Sinners“ im Jahre 2017 als die neuen Deep Purple verschrien, hätte man so schnell sicherlich nicht mit einem Aufguss gerechnet, doch mehr wie im wahrsten Sinne des Wortes, ist das aktuelle „Back with a Vengeance“ größtenteils wirklich nicht. In den neuen 10 Songs wirken Sainted Sinners zwar deutlich bemüht, kommen aber nicht über den Status „Durchwachsen“ hinaus. Das liegt vorallem daran, das das letzte Quäntchen Inspiration fehlt, um den Funke überspringen zu lassen. Songs wie „Rise Like a Phoenix“ und „Burnin the Candle“ sind im Ansatz zwar stark und glänzen durch hervorragende Gitarrenarbeit, lassen aber stets das gewisse Etwas vermissen. Das letzte Drittel versinkt sogar komplett ins Mittelmaß. „When the Hammer Falls“, „Pretty Little Lies“ und „Gone but Not Forgotten“ sind absolut austauschbar. Dafür scheint das Album zumindest im Mittelteil zu überzeugen. Der Titeltrack ist immerhin schnörkellos aber konsequent. In „Tell Me I Was Wrong“ kann Sänger David Reece (Ex-Accept) mit seiner Stimme glänzen und das enorm kräftige „Nothin Left To Lose“ besticht durch seine Blues angehauchten Heavy Riffs. Ebenfalls kann man „Let it Go“ und „Waitin Till the Countdown Begins“ als gelungen bezeichnen. Vorallem letzterer hätte auch locker in das musikalische Schaffen ihrer offensichtlichen Vorbilder gepasst. Das war es dann aber auch schon und man muss den Großteil von „Back with a Vengeance“ leider als halbgar und unglücklich, bishin zu überflüssig abstempeln. Würde der Mittelteil das Album nicht noch stark aufwerten, wäre das aktuelle Album wohl eher ein Totalausfall geworden.

Unterm Strich hätte man sich einfach weiter Zeit lassen sollen, die einzelnen Songs zu entwickeln. Ein gutes Album kann auch ruhig mal 3 – 4 Jahre dauern. So wirkt „Back with a Vengeance“ zum Größtenteil leider nur wie mal eben aus der Hüfte geschossen, auch wenn die Scheibe einige Stärken zu bieten hat. An den Vorgänger reicht das Album leider längst nicht heran.

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.