Beast in Black – From Hell with Love

Während Anton Kabanens ehemalige Band „Battle Beast“ nur noch Kirmes Metal spielt, startet jener mit seiner unlängst neuen Formation „Beast in Black“ gerade so richtig durch. War doch das erste Album „Berserker“ schon ein Fingerzeig darauf, wie „Battle Beast“ heute immer noch klingen könnten, dieses aber selbstredend schon lange nicht mehr tun, stellt Kabanen auf „From Hell with Love“ zwar eindeutige Weichen, droht aber teilweise in gleiche Gefilden abzudriften. Der Unterschied zum Vorgänger ist mehr als deutlich und das kann man entweder positiv, oder negativ sehen. Hier entscheidet die Geschmacksfrage. Die Fortsetzung zu „Berserker“ – genannt „From Hell with Love“ – protzt nämlich nur so mit Hits, Hits, Hits! Das ist im Grunde nichts schlechtes, das eigentliche Problem daran ist nur, das der Finne es mit seiner 80’s Keyboard Pop Attitüde nahezu übertreibt. „From Hell with Love“ klingt größtenteils wie eine Metal Variante von John Farnham auf Koks. Fehlen nur noch Bonnie Tyler oder Samantha Fox am Mikro. An „From Hell with Love“ scheiden sich die Geister. Zwar sind die meisten Stücke definitiv immer noch härter, als das was „Battle Beast“ heute verbrechen, dennoch hat man bei mindestens der Hälfte der Songs auch den Eindruck, die Finnen wollen Top of the Pops neu beleben. Power Metal Hits treffen auf fast schon ekeligen 80s Cheese, der hier und da schon überdeutlich dominiert. Zu allem Überfluss springen sie auch noch auf den aktuellen Trend der Metal Covers auf und haben mit „Killed by Death“ (Motörhead) und „No Easy Way Out“ (Robert Tepper) zwei weitere, belanglose Neuauflagen in den großen Teich geworfen, die garnicht erst nähe kommentieren möchte. Als positive Anspieltipps hingegen seien „Cry out for a Hero“, „Sweet True Lies“, „Die by the Blade“ und „True Believer“ genannt, danach reicht es meiner Meinung aber auch mit dem triefenden Kitsch.

Unterm Strich weiß ich nicht, was ich von dem Album halten soll. Machten „Beast in Black“ auf ihrem Erstling „Berserker“ noch alles richtig, wird auf „From Hell with Love“ eine 80er Jahre Power Pop Metal Schiene gefahren, die nach spätestens 3 – 4 Titeln gewaltig nervt. Was immerhin noch ein akzeptabler Brei zu sein scheint, hat für die Zukunft vermutlich die von mir schon besagten Weichen gestellt. Alles andere als ein weichgespülter Mist ala „Battle Beast“ würde mich schon sehr überraschen, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Beim dritten Streich wäre Anton Kabanen gut darin beraten, die Keyboard Einflüsse komplett zu streichen und den „Berserker“ vom gleichnamigen Album wieder wüten zu lassen. Das 80s Pop Gedudel ist auf Dauer nämlich nicht zu ertragen.

Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.

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