Arch Enemy – Covered in Blood

Prinzipiell weiß der geneigte Leser und Hörer, was ich persönlich von Cover Alben halte. Mometan scheint sich da echt ein Anti Trend durch die Metal Welt zu ziehen. In so ziemlich jedem Klassiker wird gewildert und alles in 99% der Fälle, völlig sinnlos neu aufgelegt. Covern ist meist ein Zeichen davon, wenn den Bands nichts mehr einfällt und selbst dann sind die Bandeigenen Versionen auch noch völlig inspirationslos und fast ohne jegliche Eigenständigkeit lediglich neu eingespielt worden. Nun kommen auch noch Arch Enemy mit so einem Kram um die Ecke, der wohl lediglich die Wartezeit bis zum nächsten Album überbrücken soll. „Covered in Blood“ ist vorallem auch nichts neues. Die insgesamt 24 Cover Tracks bilden das komplette Sammelsurium, das Arch Enemy in ihrer gesamten Karriere aufgenommen haben. Allerdings waren davon auch nur wenige auf den herkömmlichen Studio Alben zu finden, so das Komplettisten, immerhin nochmal nachlegen können. Und so unnötig das Ganze auch ist, muss man den Schweden wirklich ein Kompliment machen. Arch Enemy haben den Songs ihren ganz eigenen Stempel aufgedrückt, so das manche Stücke garnicht mehr wiederzuerkennen sind. Die brutale Instrumentalisierung im gewöhnlichen Arch Enemy Melodic Death Gewand und der gutturale Gesang, tragen im wesentlichen dazu bei. Das muss ich sogar als Cover Hasser zugeben, das so einige Tracks in der „Arch Enemyvisierung“ durchaus Spaß machen, weil eben zum größten Teil auch nochmal ganz neue Stücke dadurch entstanden sind. Wenn also eine Band das Covern verstanden hat, dann sind es eben jene Schweden. Zwar ist das Ergebnis durchaus Geschmackssache, dennoch mal etwas anderes im ganzen Cover Wahnsinn.

Am besten sind solche Cover aber mMm nach immer dann, wenn man sich nicht im eigenen Genre bedient und stattdessen diverse Pop Songs „vermeddelt“, aka besser macht. 😉 Derartiges funktioniert in den meisten Fällen wirklich hervorragend und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, das „Shout“ von Tears for Fears, oder „Shadow on the Wall“ von Mike Oldfield, die eigentlichen Highlights auf „Covered in Blood“ darstellen. Aber auch „Back to Black“ (Pretty Maids), „The Zoo“ (Scorpions), „The Oath“ (Kiss), „The Book of Heavy Metal“ (Dream Evil), und „Kill with Power“ (Manowar), sind durchaus gelungen. Auf der Kehrseite stehen allerdings auch viele Nummern aus dem Hardcore Punk Bereich, die in ihren Original schon unerträglich sind und durch wildes Gerumpel auch nicht mehr sonderlich besser werden. Die „Iron Maiden“ und „Judas Priest“ Cover konnten nur zum Scheitern verurteilt sein und auch „Symphony of Destruction“ von Megadeth in Grunz, kann keinen vom Hocker reißen.

Unterm Strich haben die Schweden eine ganze Reihe guter Cover Songs produziert, aber auch viele unnötige. Andere wiederum waren mutig, sind jedoch letztendlich absolut nicht Coverbar. Ob also „Covered in Blood“ einen Kauf wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Unbestritten bleibt jedoch, das man es hier durchaus mit guten Cover Versionen zu tun hat, da Arch Enemy die meisten Songs nochmal komplett neu erfunden haben. Es bleibt also eine Frage des Geschmacks.

The Count
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.

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