Feuerschwanz – Methämmer Tour – Matrix Bochum 15.12.2018

Der für mich letzte Konzert Termin des Jahres bestand darin, mal auf der Methämmer Tour von Feuerschwanz vorbeizuschauen. War schon das aktuelle Album ein neuer Meilenstein für die Mittelalter Comedy Kapelle, so musste auch endlich mal ein offizieller Tour Gig in mein Reportoire mit aufgenommen werden. Bisher hatte ich Feuerschwanz nur einmal vor vielen Jahren auf dem MPS gesehen.
Das Konzert in der Matrix war komplett ausverkauft und zum ersten mal ergab sich ein Bild, das ich bisher noch nie in selbigen Schuppen erlebt hatte. Kurz vor Einlass standen schon 2 Schlangen vor dem Portal. Es waren bereits alle Besucher da!? Zum Glück war eine der beiden Schlangen ziemlich kurz, so das ich mich schnell noch dahinter einreihen konnte. Warum die Menge in der anderen, verdammt langen Schlange nicht ebenso gehandelt hatte, war mir ein Rätsel, aber vielleicht legte auch keiner Wert darauf, direkt vor der Bühne zu stehen. Dennoch waren mindestens 50 Leute vor mir und es blieb nur zu hoffen, das jene am Merch oder an der Bar stehen bleiben. Kurzum, gut gehofft ist halb geschafft. Tatsächlich schaffte ich es schnell an allen vorbei und ergatterte noch eine der letzten Pole Positions, direkt vor dem Hauptmann! Recht schnell füllte sich die schmale Röhre und wer vorne stand, hatte es nicht mehr leicht, nochmal nach hinten zu kommen, aber wer außer ein paar aufgescheuchten Hühnern, die vorne wie hinten Bekanntschaft stehen hatten, machen so einen Scheiß auch schon? Bereits im Kindergarten lernt man bekanntlich eine glorreiche Weißheit: Weggegangen – Platzvergangen. 😉 „No Way. Nicht mit mir!“ (Nein hier schreibt nicht Deutschlands frechster Arbeitsloser.) Tatsächlich war der Frauenanteil sehr hoch, was ich so auch schon erwartet hatte. Dennoch darf das unsinnige Geschnatter und das ewige hin und herlaufen, als extrem nervig verzeichnet werden. Allerdings muss ich auch dazu sagen, das Frauen auf Konzerten i.d.R. sehr umgänglich sind, wenn man nicht gerade in einer ganzen Clique vom Typ „Waschweiber“ steht. Furchtbar! Also nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht. Ihr dürft gerne alle kommen und das Konzert genießen. Und die Betonung liegt auf „genießen“, nicht auf dummes Zeug am Fließband quatschen und ständig hin und her rennen und sich durch die Massen quetschen. Es ergab sich aber noch ein weiteres, extrem nerviges Problem, doch dazu später mehr.

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Schattenmann

Los ging es mit dem Support Schattenmann. Die Band war mir bisher noch unbekannt (kein Wunder, weil gerade erst mit dem Debüt draußen) und einige Youtube Videos rissen mich auch nicht vom Hocker. Das hat sich auch Live nicht sonderlich geändert. Schattenmann spielen Neue Deutsche Härte, aber in dem Sektor gibt es weitaus bessere Bands meiner Meinung nach. Zumindest musikalisch gesehen. Optisch überzeugten Schattenmann mit einer echt geilen Light Show. Mit Neon Streifen am ganzen Körper, die vorallem im Gesicht diverse Masken bildeten, sobald sie entsprechend ins Licht getaucht wurden, sowie auch an den Instrumenten. Ein weiteres Hightlight war der kurze Auftritt von „Hodi“, der im Song „Gekentert“, vorzeitig auf die Bühne kam und die Dudelsack Einlagen spielte. Ansonsten war der Support mit 6 Songs („Schattenmann“, „Gekentert“, „Krieger des Lichts“, Generation Sex“, „AMOK“, „Licht an“) und 30 Minuten Spielzeit recht kurz, aber das kam mir gelegen.

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Feuerschwanz

Schnell weiter zum Hauptact. Die Erlanger spielten eine 2 Stunden Show mit 20 Songs und dem kompletten Album „Methämmer“ im Gepäck. Ob das bei Feuerschwanz Touren so üblich ist, das das aktuelle Album immer komplett Live gespielt wird, kann ich nicht sagen, aber es war für mich das erste mal, das eine Band sowas macht. Im Normalfall werden 3 – 5 neue Songs eingeworfen und der Rest mit Klassikern abgedeckt, die die Leute auf jeden Fall hören wollen. Das hat mir ein bisschen gefehlt. Und im übrigen ersetzte Vito C. von JBO, Hans den Aufrechten an der E-Gitarre, da dieser aus persönlichen Gründen verhindert war. Ein – wenn auch notgedrungenes – Schmankerl obendrauf, aber das gerade Vito einspringt, war schon eine coole Geste.

Nach einem epischen Intro, begleitet von der Mieze im Leuchtkostüm begann der Sturm. Genauer gesagt die „Operation Drachensturm!“ Gleich den stärksten Song des Albums zu Beginn der Show, das hatte was. Vorallem direkt vor Hodi und dem Hauptmann zu stehen war enorm funky. „Es kommt ein Sturm! Drachensturm!“ Feuerschwanz legten direkt ein Triple neuer Songs zum Start hin. Es folgten „Lustprinzip“ und die Hymne „Die Hörner hoch.“ Und hier zeichnete sich nun der Hauptnervfaktor ab. Die sogenannten Pogotänzer im Moshpit. (Bei Feuerschwanz auch Schubsetanz genannt) Moshpits sind Tradition und gehören beim Konzert dazu, aber dann sollte man sich auch umsichtig rumschubsen und nicht das alle anderen Besucher ebenfalls Meterweit in alle Richtungen gedrückt werden und genau das war hier der Fall. Die Schubsetänzer nervten extrem und da konnte selbst die Sicherheitsansage von Hodi nichts ändern. Das ganze Konzert über schubsen diese Honks alles und jeden durch die Gegend. In einer ausverkauften Halle, wo man eh schon sehr dicht aneinander stand, machte es umso extremer. Zumal ein Rollstuhlfahrer direkt neben mir, das Meiste auffangen musste. Mehr muss man dazu nicht sagen.
Weiter ging es mit „der alten Scheiße“ wie Hodi es so nett ausdrückte. „Ein Schelm, wer dabei böses denkt“, sowie „Wir lieben Dudelsack“ wurden im Medley gespielt. Doch der wirklich älteste Song des Sets und einziger Klassiker war „Hurra, Hurra, die Pest ist da“, der zum Glück komplett gespielt wurde. Der Rest der „älteren Scheiße“ in der Setlist bestand aus den letzten 2 Alben. Immerhin wurde „Die Pest“ von beispielhafter Blähungskraft des neuen Bassisten Jarne Hodinson begleitet. Unverzichtbare Live Vergasung! 😉
Den Song „Prinzessin“ leiteten Hauptmann und Hodi mit einer lustigen Anekdote ein. Nun wissen wir auch, wie man als Ritter damals eine Braut umwarb. Man bewarf sie einfach mit Rüstungsstücken. 😉 „Ist das nur Spott, oder ist das Hohn…“

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Auch die Mosher bekamen nun ihren Soundtrack spendiert. Die Rede ist natürlich vom Song „Schubsetanz.“ Das Volk zu Bochum wurde von Johanna von der Vögelweide in zwei Hälften geteilt. Links war Team Hodi, rechts das Team Hauptmann. Auf ein Signal der „Hupen“ von der Mieze, sollten sich beide Teamhälften anschließend „liebevoll“ umherschubsen. Selbstredend nahm der Schubsetanz in den nächsten 5 Minuten überhand. Für die „Ketzerei“ hatte der Hauptmann die Bar an der Bühne spontan umbenannt, da ihm zwei Besucher in Wikinger Kostümen an der Theke aufgefallen waren. Die Bar die von zwei Wikingern bewacht wurde, hieß fortan die Schenke zum lachenden Vierhorn. 😀 Weiter ging es mit dem nächsten Triple vom aktuellen Album. Anfangs episch mit der Ballade „Der Geschichte Pfade“, wo Johanna zum ersten mal die Drehleiher auspackte, später gewohnt funkig bei „Kinder im Geiste“ und „Oh Fortuna.“ Apropo Johanna, diese hatte sich bei „Kinder im Geiste“ von der Bühne geschlichen und tauchte plötzlich auf einem Podest mitten im Publikum wieder auf, wo sie den ganzen Song auf der Violine begleitete. Doch anschließend musste Johanna ja auch wieder zurück, was per Stage Diving relativ schnell realisiert wurde. Stets nach dem Motto, Affen äffen alles nach, nahm sich das Publikum nun in die Pflicht, ebenfalls regelmäßig zu Stage Diven. Wer vorne ankam, wurde von der Security natürlich in Empfang genommen und gleich zurück geschickt. Ebenfalls wieder ein Dutzend Leute, die sich durch die Menge quetschen mussten… Nervfaktor Nummer 3!

Danach war es wieder Zeit für „die alte Scheiße“, die eigentlich garnicht so alt war. „Hexenjadt“, „Metnotstand im Märchenland“ und „Krieger des Mets.“ Bei letzterem trat der Hauptmann mit fettem Lichterketten Schulterpanzer auf, der optisch ordentlich was hermachte. „Krieger zu Bochum. Stolz war euer Abend. Ihr habt gut gelacht, getrunken, getanzt und gescherzt. Doch nun gilt es unser Getränk zu besingen. MET! MET! MET! MET!“ Ein riesen Spaß.
Nun wurde auch so langsam die letzte Runde eingedudelt. Los ging es mit dem Titeltrack „Methämmer“, der Live richtig gefetzt hat. Feuerschwanz spielen jetzt Metal! Um hier Prinz Hodenherz III. zu zitieren: „Geile Scheiße super fucking Epic Bochum mega geil!“ Feuerschwanz kostümierten sich hier genauso, wie es schon im dazu gehörigen Musikvideo zu bestaunen war. Hodi als Hohepriester, Hauptmann, Jarne, Vito, Lanzeflott, Johanna als Mönche und die Mieze schwingte den großen Methämmer. Besonders geil war auch das „Hämmer Unser“, vorgetragen von Hodi.

Hämmer Unser, wir preisen dich,
behämmer unser Angesicht.
Dein Rausch komme,
Promille Geschehe,
Möge der Met mit euch sein.
In Ewigkeit, Hämmertime!

Geiler Scheiß! Das Publikum war ordentlich behämmert und bereit für das „Wikingerblut.“ Ein Lied zum abmetal’n. „Düb düdüb düdüb düp düp!“ Ein geiler Song! In „Zuckerbrot und Peitsche“ wurde vom Hauptmann per Megafon zum ausziehen aufgefordert. Obenrum und untenrum auch, denn Johanna will nackte Leiber sehen. Tatsächlich flogen bald ein paar Shirts durch die Gegend. Ich hätte ja stattdessen lieber Johanna mitgenommen, aber egal. 😉 Schließlich bildeten „Liga des Mets“ und „Ein Held ist gebor’n“ den epischen Schlusspunkt eines sehr unterhaltsamen Konzerts.

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Feuerschwanz sind Live einfach ein Muss. Musikalisch erstklassig, spontaner Humor zwischendurch immer gegeben und der „behämmert – Faktor“ ganz oben. Einzig die Setlist Zusammenstellung mit zu 70% Songs vom neuen Album, 29% von den letzten 2 Alben und gerade mal 1% an Klassikern, ist gewöhnungsbedürftig, schmälert aber nicht die vorgetragene Leistung der Methämmer Show, die man letztendlich doch mit 1+ mit Sternchen bewerten muss. Bringt den Hämmer an die Macht!

 

 

 

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