Skull Fist – Way of the Road

Skull Fist waren bisweilen immer eine Bereicherung für den längst wieder aufkommenden Retro Metal. Doch alles was diese Bereicherung bisweilen ausmachte, scheint das Quartett auf ihrem neuen Werk „Way of the Road“ schmerzlich vermissen zu lassen. Geschwindigkeit und Druck tauchen nur selten auf. Die meisten Songs wirken glatt gebügelt und melodisch aufgepimmt, so das Skull Fist aus ihrem Hochgeschwindigkeitsmetal häufig mehrere Gänge herunter schalten. Man gewinnt zunehmend den Eindruck, das sie ihren klassischen Speed Metal, gegen ein simples Melodic Rock Genre eingetauscht haben.

Bereits der Opener „You Belong to Me“ lässt schon einwenig die Spritzigkeit vermissen und klingt obendrein (wie auch der Rest des Albums) zu dumpf abgemischt. Wirklich gravierend fällt der schleichende Stil Wechsel aber schon beim zweiten Song „No More Runnin“ auf, welcher eindeutig in die reine Melodic Schiene einzuordnen ist. Dem schließen sich „Heart of Rio“ und vorallem „Stay True“ nahtlos an. Auch „Witch Hunt“ und „Way of the Road“ haben wenig mit Skull Fist zu tun und entpuppen sich als schlichte Heavy Metal Nummern. Wirklich überzeugen können die Kanadier nur, wenn sie genau das tun, was man von ihnen erwartet und das ist leider nicht gerade viel. „I am a Slave“ oder „Better Late Than Never“ bietet die typische Skull Fist Power und auch „Don’t Cross Me“ – der wahrscheinlich beste Song des Albums, überrascht mit zusätzlicher Van Halen Attitüde. Das liegt vorallem daran, das Gitarrist Jackie Slaughter dank seiner Solo Künste, immer noch die meisten Kollegen neben sich blass aussehen lässt. Das war es dann aber auch schon in allem. Die Special Edition enthält zwar noch zwei Bonus Songs, (darunter ein sinnloses Neil Young Cover) die die Welt nicht braucht.

Unterm Strich steht auf „Way of the Road“ zwar Skull Fist drauf, aber im Grunde ist kaum Skull Fist drin. Ob man hier von einer Experimentierphase oder von einer musikalischen Umorientierung sprechen kann, wird sich wohl erst mit den nächsten Alben zeigen. Es wäre allerdings nicht überraschend, wenn „Way of the Road“ der Anfang vom einem schleichenden Schritt in Richtung Komerz darstellt. Die Jungs aus Toronto wären also gut darin beraten, sich schleunigst wieder auf ihre alten Stärken zu besinnen.

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