Tank – Sturmpanzer

Ende der 70er / Anfang der 80er Jahre, schossen NWOBHM Bands wie Pilze aus dem Boden. Während die größten Vertreter jener Zeit (Saxon oder Iron Maiden) mit Legendenstatus weiterhin präsent sind, hat man andere zahllose Trittbrettfahrer schon beinahe vergessen. Eine der bekannteren Kapellen aus der großen Flut waren und sind Tank. Und obwohl heute kein einziges Original Mitglied mehr an Bord ist, scheint die Band immer noch fleißig aktiv zu sein. Jüngst wurde das aktuelle Album mit dem markanten Titel „Sturmpanzer“ veröffentlicht, was eigentlich schon im Frühjahr hätte erscheinen sollen und aus uns unbekannten Gründen auf längere Zeit verschoben wurde. Wie auch immer, wer mit so einem Namen um die Ecke kommt, muss auch liefern! Alles andere, als das die Fetzen fliegen, würde man bei diesem Titel auch nicht abnehmen. Dennoch, die obligatorisch versprochene Zerstörung funktioniert zwar tadellos, trotzdem beschwingt einen das Gefühl, das „Sturmpanzer“ insgesamt gesehen nicht rund genug ist.

Der Sturmpanzer rollt! Mit donnernden Geschützen begeben sich Tank in den Opener „2000 Miles Away.“ Der Song geht in Ordnung, kommt aber nicht über den Durchschnitt hinaus. Mit schweren Riffing steigt „March“ direkt hinterher ein, kann mich aber ansonsten garnicht überzeugen. Ein wildes, nach nichts klingendes Gerumpel. „No More War“ wurde mMn ebenfalls vergeigt. Der Midtempo Stampfer hat einfach keinerlei Wiedererkennungswert. Erst mit dem vierten Song, nimmt der Sturmpanzer so langsam Fahrt auf. „Lianne’s Crying“ wirkt weitesgehend rund. Brachial und Heavy! Auch „First They Killed the Father“ kann mit gleicher Effektivität punkten. Grooven sich die Briten langsam ein? Fehlanzeige! Der Titeltrack „Sturmpanzer Pt. 1 & 2“ beginnt mit epischen Synthi Einlagen und endet in ein wummerndes Metalriffing. Was musikalisch erste Sahne ist, ruiniert einwenig der Chorus, denn die im englischen Akzent geshouteten „Sturmpanzer“ Rufe, wirken etwas banal. Ähnlich ergeht es auch dem Song „Living in Fear of…“. Ein wahnsinns Sound, aber der Text/Gesang zündet einfach nicht. Das Problem zieht sich auch nahezu durch den Rest des Albums. „Which Part of f.O. Don’t U Understand?“ oder „The Last Soldier“ bieten wahnsinnig gutes Riffing, leider aber auch nicht mehr. Mit „Little Darlin'“ haben sie so einen Song drin, der klingt wie ein wieder auferstandener Phil Lynott auf Schwermetal, aber genau diese Nummer ist auch das stärkste Werk auf „Sturmpanzer.“ Hier sitzt endlich einmal alles. Warum nicht gleich so? „Revenge of the Filth Hounds Pt. 1 & 2“ funktioniert als instrumetaler Metalkracher, aber instrumental würden so einige Songs auf dem Album wesentlich besser funktionieren. Letztendlich wäre dann noch der Bonus Track „Field Recording of the Field“, was aber keinen Song, sondern nur noch eine wirre Aneinanderreihung von Geräuschen wie Telefon Klingeln und sonstigen Überfluss darstellt. Kein Witz!

Unterm Strich ist „Sturmpanzer“ ein seltsames Werk. Genialität blitzt nur selten auf. Die Musiker besitzen zwar ein Händchen für richtig starke Power Riffs, versagen aber beim Songwriting fast komplett. Sicherlich alles eine Frage des Geschmacks, aber ich persönlich habe weit mehr erwartet, so das ich keinerlei Empfehlung für den „Sturmpanzer“ aussprechen kann.

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