Overkill – The Grinding Wheel

Overkill gehören zu ältesten Vertretern im Thrash Metal. Die Mannen aus New Yersey hätten vorallem ihren Platz in den „Big 4“ mehr als verdient gehabt. Was „Anthrax“ dort allerdings zu suchen haben, weiß ich bis heute noch nicht. Bisher war die Truppe immer wieder für eine Überraschung gut und vorallem die letzten Alben schienen nochmal richtig Gas zu geben. Die Erwartungshaltung war also entsprechend groß, welche Overkill mit „The Grinding Wheel“ leider kaum erfüllen konnten. Zu lang sind die Tracks geworden und trotz Hochqualitativer Riffs, verliert man sich immer wieder in zielloses Gefrickel, ohne letztendlich auf den Punkt zu kommen. Songtechnisch harpert es leider fast überall, dabei bietet die Platte doch eigentlich alles, was ein Overkill Album braucht. Knallhartes Riff Gewitter, tretender Bass, zerstörende Drums und ein Bobby „Blitz“ Elsworth, der wie immer eine Gesangsleistung hinlegt, die nicht von dieser Welt ist. Dennoch wirkt alles nicht ausgereift und man hat stetig den Eindruck, das irgendetwas fehlt.
Der Opener „Mean Green Killing Machine“ ist wahrlich eine Thrashgranate ersten Grades und auch „Our Finest Hour“ erntete schon zurecht Begeisterungsstürme auf der letzten Tour. „Red White And Blue“ kracht ebenfalls ordentlich, die restlichen Songs sind eher „verunglückt langweilig“. Vorallem das „Thin Lizzy“ Cover „Emerald“ hätte es am wenigsten gebraucht. Grausame Verunstaltung eines Klassikers.
Insgesamt ist das doch sehr schade, wo man gerade den Eindruck gewonnen hatte, das sich Overkill selbst nochmal auf ein höheres Limit katapulieren. Stattdessen machen sie einen gewaltigen Schritt zurück und nehmen irgendwo den Fuß vom Gas.

Unterm Strich haben sich Overkill mit dem neuen Album wohl kein Bein ausgerissen. Man könnte meinen, „The Grinding Wheel“ hat enorm unter Zeitdruck gestanden und wurde einfach auf die Schnelle produziert. Anders lässt sich dieser fahrlässige Fehltritt nicht erklären.

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.

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