Krokus – Big Rocks

Ich war ich voller Vorfreude auf das neue Krokus Album, leider hatte ich mich zuvor rein garnicht über die neue Scheibe informiert. Mit dem ersten Blick auf die Tracklist, stellt das geschulte Auge dann aber leider direkt fest, das es sich nur um ein Cover Album handelt. Somit war die Freude direkt auf 0 gesunken. Cover Alben – sowas braucht eigentlich kein Mensch, denn die wenigsten wissen überhaupt zu überzeugen. Hatten doch die letzten 2 Vorgänger ordentlich Benzin im Tank, kommt nun ein größtenteils einfallsloses Altmüll-Recycling daher, das sich bestimmt niemand, außer der Band selbst gewünscht hat. Und wenn man so etwas schon zum Ende seiner Karriere auf den Markt bringt, lässt sich auch allgemeine Einfallslosigkeit zurecht als Kritik anbringen. Die ausgewählten Tracks sind natürlich in ihrer originalen Form echte Meilensteine, aber sie werden eben auch die Krokus-eigene Müllpresse gejagt und verlieren dadurch all zu oft total ihre Identität. Nur selten gewinnen die Songs mal etwas neues hinzu.
Beginnend mit „N.I.B.“ (Black Sabbath) wird hier eine schlichte, kurze, instrumental Nummer verbraten, die Gitarrenmäßig auch noch fast 1:1 daher kommt. Überflüssig. „Tie your Mother down“ (Queen) macht wenigstens etwas her, da ich das Original nicht sonderlich stark finde. Allerdings mangelt es an Kreativität und kommt nicht über den typischen Krokus Style hinaus. „My Generation“ (The Who) hat zwar druckvolle Gitarren, passt aber Gesanglich überhaupt nicht. „Wild Thing“ (The Troggs) ist mal ein kleiner Lichtblick. Immerhin hat man hier eine etwas melodische, aber dennoch in der Gesamtsumme zu einfache Gitarrenspur eingefügt. „The House of the Rising Sun“ (Animals) gleicht wieder einem Totalausfall. Wer das Original kennt, wird Krokus vergessen. Etwas besser gefällt mir hingegen „Rockin‘ in the Free World“ (Neil Young). Zwar passt auch hier wieder der Gesangt zu keiner Zeit und wirkliche Ideen sucht man vergebens, dafür stimmt wenigstens der härtere Gitarren Sound. „Gimme Some Lovin'“ (Spencer Davis Group) hat ebenfalls nur die nötige Härte zu bieten, alles andere liegt weit unter dem Original. Über „Whole Lotta Love“ (Led Zeppelin) brauchen wir erst garnicht sprechen. „Summertime Blues“ (Eddie Cochran) reiht sich mühelos mit in die Riege der einfallslosen Sinnlos Cover ein. Immerhin stehen „Born to be Wild“ (Steppenwolf) die typischen Krokus Riffs ganz gut und ist insgesamt als ganz passables, grooviges Cover zu verzeichnen, das durchaus spaß machen kann. Das gleiche lässt sich über „Quinn the Eskimo“ (Bob Dylan) sagen, das in der Krokus Version wirklich cool rüber kommt. Leider war es das dann auch schon wieder mit den Highlights. „Jumpin‘ Jack Flash“ (Rolling Stones) war DER Rolling Stones Song, den Krokus leider total verwursten. Letztenendes covern sie sich überflüssigerweise mit „Back Seat Rock’n’Roll“ auch noch selbst, ohne das der Titel nichtmal annähernd neue Züge erkennen lässt. Viel mehr stellt es eine 1:1 Kopie dar. Nur eben mit härteren Riffs, aber das kennen wir ja mittlerweile schon von so ziemlich jedem Cover hier auf „Big Rocks“.

Unterm Strich sind 2 – 3 Songs ganz cool gemacht, der Rest ist schlicht überflüssig und gibt „Big Rocks“ nicht die Daseinsberechtigung. Viel eher hätte man die guten Cover mal als Bonus Tracks auf ein reguläres Album werfen können, anstatt einen kompletten Sinnlos-Silberling raus zu pfeffern. Schade, aber das war leider garnichts. Bleibt nur zu hoffen, das bald nochmal ein würdiges Album zum Abschluss erscheint.

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.

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