Feuerschwanz – Methämmer

Als ich vom neuen Feuerschwanz Album hörte, welches auch noch den geilen, wie absurden Titel „Methämmer“ trägt, war ich allein schon aus dieser Tatsache heraus, wieder einmal aufs neue angefixt und habe das aktuelle Werk sehnlichst erwartet. Feuerschwanz – erwähnen muss man es ja – diese Erlangener Ritterschar rund um des Hauptmanns geilen Haufen, sind nicht ganz normal, wollen und werden es auch nie sein! Die J.B.O.’s des Mittelalter – Quatsch in Perfektion! Seit ihrer Gründung im Jahre 2004, hat sich allerdings eine Menge getan. Nicht nur das Hauptmann Feuerschwanz das letzte verbliebene Gründungsmitglied ist, auch musikalisch hat sich der geile Haufen enorm weiter entwickelt. Was sich über die Jahre abgezeichnet hat, ist mittlerweile in Stein gemeißelt. Der immer größer werdende Einfluss der E-Gitarre, machte sich bereits beim „Metvernichter“ (2009) bemerkbar, so das Feuerschwanz immer mehr zu einer Metal Kapelle mutieren, ohne die üblichen Zutaten missen zu lassen. Und das ist auch gut so! Der härtere Sound steht der Band wie einst Knappe Latte an der Trommel (2005 – 2017 A.D.)

Aber bitte mit Unsinn! Das Konzept nutzt sich einfach kein Stück ab. Feuerschwanz blödeln was das Zeug hält und präsentieren sich zeitgleich in einem noch reiferen Soundgewand, als je zuvor. Obwohl Prinz Hodenherz III unlängst mit seiner eigenen Kapelle „Dartagnan“, nebenher durch die Landen zieht und nicht von ungefähr Gedanken der zährenden Doppelbelastung aufkommen (aus dem gleichen Grund war schließlich schon Felix Taugenix aus beiden Bands ausgestiegen), scheint jener Faktor nicht im entferntesten zu schaden. Im Gegenteil! Der Ideenreichtum der Band erreicht ein ganz neues Level des vollendeten Schwachsinns. Dennoch stellt es bei dieser Band sicherlich keine Überraschung mehr dar, das mal eben ein ganzer, fiktiver, altertümlicher Met Kult oder sportliche, Ritterliche Aktivitäten in dem einen oder anderen Song erfunden werden. Wo Feuerschwanz drauf steht ist ein geiler Haufen drin. Trotzdem, der Hauptmann, Hodi, Johanna, Hans, Jarne und Lanzeflott sind besser als je zuvor!

Das Album beginnt mit einem Titeltrack, dem nicht zu unrecht eine gewisse Power Metal Attitüde zugeschrieben wurde. In „Methämmer“ dreht sich alles um den besagten Met Kult. Herrlicher Schwachsinn und was für ein Opener. Feuerschwanz meddl’n!
„Schubsetanz“ – ist Rittersport. Met gefällig? Wer beim Titeltrack schon geschmunzelt hat, wird im folgenden Track erst richtig Spaß haben. „Schubsetanz“ läd ganz automatisch zum metalischen Tanzen ein. Geiler Scheiß!
Song Nr. 3 stellte die erste Single Auskopplung dar und bietet typische Feuerschwanz Kost in hymnischer Manier. „Die Hörner Hoch“ ist Schlachtruf und Ohrwurmgranate zugleich.
„Lustprinzip“ bietet den üblich wilden Trieb des geilen Haufens im Metal Gewand. Dabei nehmen sich Feuerschwanz zwar auch wieder nur selbst auf die Schippe, aber mit einer derartigen Ernsthaftigkeit unterlegt, das man ihnen den Unsinn sogar wirklich abnimmt.
Im nächsten Streich machen sich die Erlangener über die Nordmänner lustig und schreddern eine harte Blödelarie daher, die auf den Namen „Wikingerblut“ hört. „Dübdüdüb döbdöbdöb.“ Damit ist schon alles gesagt.
Mit „Kinder im Geiste“ beschreiben die Musiker sich quasi selbst, denn wer so einen Scheiß…pardon…pädagogisch wertvolle und hochwertige Texte schreibt, muss mindestens diesen einen Punkt erfüllen. 😉 Klanglich hören wir Feuerschwanz diesmal im üblichen Gewand, ganz ohne E-Gitarren.
Auch beim nächsten Song „Oh Fortuna“ legen die Mannen mehr Wert auf klassischen Mittelalter Sound. Die Abwechselung ist auf jeden Fall gelungen.
Das soll sich auch bei der „Prinzessin“ nur wenig ändern, auch wenn hier die E-Gitarre wieder mehr durch kommt. Ein Song über einen Ritter, der einer adeligen nachsabbert. Top!
Feuerschwanz doch mal ernst? Ja tatsäch und eigentlich auch keine Seltenheit mehr, das auch mindestens mal ein ernster Song dabei ist. „Der Geschichte Pfade“ ist diesmal dazu auserkoren, Feuerschwanz einwenig zu erden, bevor es mit der „Krieger des Mets Trilogie“ in einen furiosen Abschluss geht. Erstmals seit langem hat die Band auch wieder gesprochene Einleitungen/Passagen mit auf die Platte gepresst. „Krieger des Mets – die Trilogie; op. 1: Von Göttern und Drachen“ handelt von Menschen, die sich gegen die Götter auflehnten und dafür mit dem „Operation Drachensturm“ bestraft wurden. Der Song kommt wie schon der Titeltrack wieder im Power Metalischen Außmaß daher und ist meiner Meinung nach das stärkste Werk des Albums. Was ein Chorus! Doch was sich im ersten Teil noch als sehr ernst erweist, wird schon im zweiten Teil humorig aufgelöst.
„Krieger des Mets – die Trilogie; op. 2: Die Prophezeiung“ – Nur einer kann gegen den Zorn der Götter und ihren Drachensturm bestehen. Er trägt in der rechten Hand ein Horn und wart genannt, der Krieger des Mets! Dieser wird im zweiten Teil auf arkustische Barden Art besungen. Dessen Zaubertrank ist natürlich nichts anderes als der Met selbst, der ihn als Anführer und Held im Kampf gegen die Götter unsterblich macht. „Ein Held ist gebor’n“ ist abermals toternster Blödsinn, oder einfach rabenschwarzer Humor.
„Krieger des Mets – die Trilogie; op. 3: Der heilige Eid“ wird diesmal nicht gesprochen, sondern im Orgel Chor besungen. Dem Met verschworen, zusammenhalt bis zum Ende.
„Liga des Mets“ ist der Abschluss der Trilogie, in dem die Bruderschaft den Eid beschwören, die Liga des wahren Mets auf alle Zeit gegen jegliche Feinde zu verteidigen.

Unterm Strich ist „Methämmer“ ein humoriges Meisterwerk, das eine völlig absurde Geschichte über einen Met Kult erzählt und musikalisch perfektioniert. Mal mehr, mal weniger Mittelalter Power Metal, aber definitiv ein ganz wichtiger Meilenstein in der Feuerschwanz Discographie. Das kann gerne – und wird – so weiter gehen, denn den auch in Zukunft mehr einfließenden Power Metal, hat der Hauptmann vorab schon höchstpersönlich bestätigt.
Im Dezember diesen Jahres, werde ich mich erstmal auf der kommenden Tour von den Live Qualitäten des Methämmers überzeugen. Bis dahin die Hörner hoch und immer schön den Metvernichter spielen. Und Prost! 😉

 
Bob Rock
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.

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