Dragonforce – Reaching into Infinity

250 Beats pro Minute! Extrem-Power Metal – so wie ihn nur Dragonforce spielen können. Drei Jahre nach „Maximum Overload“ kehren Ausnahme Gitarrist Hermann Li und die (gefühlt) schnellste Band der Welt zurück auf die Bühnen dieser Erde.
Auf den ersten 5 Alben hatte die Band ihre enorme Geschwindigkeit zelebriert. Mit „Maximum Overload“ ging man sogar noch einen Sprung weiter und versuchte zum einen – ganz dem Namen entsprechend – völlig zu überdrehen. Noch schneller, noch willder – völlig irre! Zum anderen arbeitete man aber auch schon an einem gewissen Abwechselungsreichtum. Wirkte „Maximum Overload“ letztendlich dennoch teils überspielt und etwas zuviel des Guten, scheinen Dragonforce auf „Reaching into Infinity“ in den meisten Songs die perfekte Mitte gefunden zu haben, denn auch hier wird an die Richtung des Vorgängers angeschlossen, allerdings ohne den Hang zur Übertreibung. Das allseits bekannte und beliebte Over the Top Riffing und Blastbeat in Überschallgeschwindigkeit, werden hier gekonnt mit epischen Melodien abgerundet.
In „Ashes of the Dawn“ und dem völlig abgedrehten „Astral Empire“ kommt jenes besonders zur Geltung. Der Song „Judgement Day“ stellt sogar eine fantastische Brücke zwischen den Beiden dar. Ultra schnelle Riffs treffen auf sich immer wieder erdende Melodic Metal Passagen. Großartig!
Doch das neue Album hat auch so einige Überraschung parat.Das heftige „War“ z.B., welches komplett aus der Reihe tanzt. Auf Keyboard Passagen wird hier gänzlich verzichtet, stattdessen dröhnen harte Thrash Riffs mit hohen Power Metal Lyrics aus den Lautsprechern. Zudem kommt mit „The Edge of the World“ der vermutlich längste und epischste Dragonforce Song daher, der je aufgenommen wurde. Vorallem das hier zeitweise komplett auf Death Metal geswitcht und mit typischen Hermann Li Riffs gepaart wird, ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber ebenso genial umgesetzt worden.
Der wohl typischste Dragonforce Song auf dem Album heißt „Midnight Madness“. „Through the Fire and Flames“ lässt grüßen. Ein geiles Teil!
Aber nicht alles ist Gold was glänzt, denn auch „Reaching into Infinity“ hat seine Schwächen. Sind die Ballade „Silence“ und das Cover „Gloria“ eher durchschnittlich geraten, haben mich „Land of Shattered“. „Our Final Stand“ und das etwas befremdend wirkende „Curse of Darkness“, garnicht überzeugt.

So schwankt das neue Album ebenso wie sein Vorgänger von genial bis teilweise überflüssig. Drei Songs weniger hätten eine Menge ausgemacht, so bleibt es bei leider (nur) überdurchschnittlich. Dennoch hat „Reaching into Infinity“ so einige Meisterwerke zu bieten, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.

 
Bob Rock
Über Bob Rock 296 Artikel
Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen