Bonfire – Temple of Lies

Die Hardrocker aus Ingolstadt haben ja bekanntlich eine ordentliche Diskographie vorzuweisen. Von 1986 bis Heute sind gar 16 Studio Alben veröffentlicht worden und obwohl abgesehen von Gitarrist Hans Ziller, mittlerweile kein Gründungsmitglied mehr dabei ist, denkt die Truppe nicht daran, sich auf ihren Erfolg auszuruhen. Stattdessen gehen Bonfire noch einen Schritt weiter und erhöhen auf dem aktuellen Werk „Temple of Lies“ einwenig den allgemeinen Härtegrad. Mir persönlich waren Bonfire immer eine Spur zu weich und auch die aktuelle Scheibe hätte durchaus auch noch eine Spur härter ausfallen können, aber das bleibt eine Frage des Geschmacks. Schauen wir einmal näher drüber, haben Bonfire musikalisch wieder bewiesen, das sie es immer noch drauf haben und ihrer Linie stets treu bleiben.
Das äußerst stimmige Intro „In The Beginning“ geht gleich in „Temple Of Lies“ über. Direkt beim Opener wird bereits deutlich, wie der nun mittlerweile fest angagierte Frontmann Alexx Stahl (einst nur als Übergangslösung vorgesehen) stimmlich überzeugt. Toller Song.“Wings of an Angel“ hingegen ist zwar zweifellos ein Ohrwurm, kommt mir aber einfach zu lasch herüber. Ordentliches Riffing wäre hier Gold wert gewesen. „Feed the Fire (Like The Bonfire)“ zieht zwar wieder etwas an, kann aber lediglich nur den Status einen typischen Album Tracks für sich verbuchen. „Stand or Fall“ sitzt dafür wieder. Ein Song der einfach rockt. Mit „Comin‘ Home“ gibts die obligatorische Ballade, wie man sie von Bonfire zu Hauf kennt. 6 Minuten die ruhige, melodische Kugel – übrigens in der Limited Edition nochmal als Arkustik Version vorhanden. „I’ll Never Be Loved By You“ ist mir persönlich wieder zu weich gewaschen. Da wäre ansich mehr drin gewesen. „Fly Away“ kommt da deutlich besser weg, ohne aber an „Stand or Fall“ heran zu reichen. „Love the Way you hate me“ scheitert leider wieder am typischen Album Füller Track Charakter. Da helfen auch ein paar stark Solis nicht. Zum Abschluss holen Bonfire mit „Crazy Over You“ aber definitiv noch ein paar Punkte. Für mich der beste Song auf „Temple of Lies.“

Unterm Strich ist „Temple of Lies“ sicherlich nicht verkehrt, wenn man auf Melodic Hardrock ala Bon Jovi (ausschließlich der 80er Jahre) steht. Für Hörer der etwas härteren Gangart, fehlt aber eindeutig der nötige Drive. Was wäre „Temple of Lies“ für ein starkes Album geworden, wenn man hier wirklich mal enorm die Schlagzahl erhöht hätte. Somit trifft die Band, sowie ebenfalls das vorliegende Werk nicht so wirklich meinen Geschmack, kann sich aber ansonsten für den geneigten Fan wirklich sehen lassen. Hart waren Bonfire sowieso nie und wirklich viel härter wie angepriesen sind sie diesmal auch nicht, wenn auch der kleine Schub etwas besser daher kommt, aber eben auch Wünsche offen lässt.. Bonfire Fans können mit „Temple of Lies“ wahrlich nichts falsch machen. AC/DC Fans und Aufwärts in Sachen Härte, werden aber wohl weiterhin einen Bogen um die Ingolstädter machen.

 
Bob Rock
Über Bob Rock 296 Artikel
Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen