Grave Digger – Healed by Metal

Das Metal die einzige Heilung ist, haben einst schon J.B.O. festgestellt. Doch die wahre metallische Medizin kommt in diesem Jahr von den Grabräubern. Die Mannen rund um Chris Boltendahl liefern mit „Healed by Metal“ mal eben das beste Album der letzten 8 Jahre ab. Der Titeltrack kommt zwar wieder (wie so oft zuletzt) als reine Stadion Hymne daher, bildet aber auch schon die einzige Ausnahme auf dem neuen Longplayer. Danach folgen eher klassische Metal Kracher, die die alten Digger Zeiten aufleben lassen. „When Night Falls“ besticht durch ordentliches Tempo und knackiger Härte. Der Track überrollt den eingängigen Opener um Längen. „Lawbreaker“ gefällt mir sogar noch besser. Geiler Stampfer! „Free Forever“ erinnert in den Anfangspassagen stark an Saxon’s „Solid Ball Of Rock“, entfacht sich dann aber als eine eigenständige Metal Hymne, die zwar sehr musikalisch daher kommt, aber trotzdem die nötige Härte nicht vermissen lässt. Ebenso ist „Call for War“ als Metal Stampfer Hymne gelungen zu bezeichnen. Spätestens jetzt fällt dem geneigten Grave Digger Fan die Tatsache auf, das auf dieser Scheibe die Melodien enorm im Vordergrund stehen, was man von den letzten Alben nicht gerade behaupten kann. Axel Ritt schräddert hier einige bemerkenswerte Riffs über die 6-Saitige Krawallgeige und auch Chris Boltendahl singt mehr, als das er schreit. „Ten Commandments Of Metal“ ist hingegen wieder ein typischer Grave Digger Stampfer, mit heiliger Kernaussage: STAY TRUE! „The Hangman’s Eye“, „Kill Ritual“ und „Hallelujah“ könnten, wenn man es nicht besser wüsste, ebenfalls aus den ersten Jahren der Bandarchive stammen, auch wenn letztere weitaus melodischer sind, als Platten aus dieser Zeit. Vollgas Metal vorraus! „Laughing with the Dead“ stellt am Ende quasi den Rausschmeißer dar. Eine harte Mid Tempo Nummer, die zwar souverän daher kommt, aber nicht gerade das ist, was ich mir unter einen Endtrack vorstelle. Hier hätte man durchaus noch einen Titel ranhängen können.

Unterm Strich ein gelungenes und richtig starkes Grave Digger Album, das sich nur etwas negative Kritik für den Opener und den Rausschmeißer antun darf. Ansonsten haben die Grabräuber alles richtig gemacht und liefern nach „Ballads of the Hangman“ endlich wieder einen richtigen Kracher ab.

The Count
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Guter Heavy Metal ist so rau und durcheinander, dass er dich geradewegs an den Rand des Wahnsinns bringt.

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